Berufsbegleitender Waldorferzieherkurs

 

Zielgruppe:
Staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher, Heilpädagogen, Tagesmütter, Eltern,

Form des Kurses
Die Dauer der Weiterbildung beträgt drei Jahre. Innerhalb dieses Zeitraumes sind insgesamt 36 Kurswochenenden (zwölf Wochenenden pro Jahr; je 18UE) und drei Blockwochen (eine Woche pro Jahr, Mo-Fr, 40 UE) zu absolvieren.

Die Kurswochenenden sind Bestandteil einzelner Module (ein Modul = sechs Kurswochenenden), in welchen pädagogisch relevante Themen jeweils über ein halbes Jahr bearbeitet werden. Unser zentrales Anliegen ist dabei, die Grundlagen der Waldorfpädagogik so zu vermitteln, dass ihr Bezug zur pädagogischen Praxis und zur individuellen Entwicklung des Menschen deutlich wird.

Um diesem Anliegen gerecht zu werden, gliedert sich die Weiterbildung inhaltlich in drei Bereiche. Das sind:

 

  1. die Arbeit an pädagogischen Themen,
  2. die Arbeit an den Grundlagen der Waldorfpädagogik und
  3. der künstlerisch-handwerkliche Unterricht.

Die Arbeit an den pädagogischen Themen bezieht sich auf konkrete Erziehungsfragen und deren Hintergründe. Die Arbeit an den Grundlagen der Waldorfpädagogik beinhaltet einzelne Aspekte der Anthroposophie Rudolf Steiners (1861-1925). Hier werden menschenkundliche, philosophische und religiöse Fragen besprochen. In den künstlerisch-handwerklichen Kursen geht es vor allem darum, neue Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlernen bzw. vorhandene Fähigkeiten zu vertiefen. Die genannten Fachgebiete sind ihren Inhalten gemäß unterschiedlich in die Kurswochenenden und Blockwochen eingebunden. Sie werden durch entsprechende Praktika bzw. Hospitationen ergänzt.

Inhalte der einzelnen Module (pädagogische Themen)
Im Mittelpunkt der Themenstunden stehen Fragen, welche die Erziehung des Kindes bis zur Schulreife betreffen. Um diese Fragen beantworten zu können, bedarf es einer intensiven Beschäftigung mit der natürlichen und der seelisch-geistigen Entwicklung des Menschen. Dem entsprechend werden in den Modulen verschiedene Seiten des Menschen und seiner Entwicklung thematisiert, wobei wir in der Regel wie folgt vorgehen:

Im ersten Modul werden die Inhalte der folgenden Module zunächst im Überblick vorgestellt. Das heißt, an den Kurswochenenden des ersten Halbjahres wird jeweils eine Einführung in die Themen der Module II bis VI gegeben. Diese Themen werden dann in den weiteren Modulen über ein halbes bis ein Jahr bearbeitet. Wir beginnen hierbei mit einer Einführung in die Erscheinungsformen und Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Entwicklung (Modul II/III). In diese sind Betrachtungen zur Sinneslehre eingebettet. Schließlich werden Aspekte der praktischen Arbeit mit dem Kind eingehender behandelt (Modul IV). Im letzten Jahr der Weiterbildung erörtern wir Fragen zur Persönlichkeit des Erziehers und zu den sozialen Rahmenbedingungen seiner Tätigkeit (Modul V und VI).

 

Eine Themenübersicht der einzelnen Module des berufsbegleitenden Kurses finden Sie hier:

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Inhalte der Arbeit an den Grundlagen der Waldorfpädagogik
Die Grundlagenarbeit soll in die Anthroposophie Rudolf Steiners einführen und zu einer selbständigen Beschäftigung mit deren Inhalten anregen. Dieser Zielstellung entsprechend wird im Grundlagenunterricht ein Thema über den Zeitraum eines Jahres (zwei Module) bearbeitet. Dadurch ergeben sich inhaltlich folgende drei Abschnitte:

 

  • Einführung in die Anthroposophie und in die menschenkundlichen Grundlagen der Waldorfpädagogik (Module I und II)
  • Entwicklungslehre (Module III und IV)
  • Anthroposophie und Christentum (Module V und VI)

Die längere Beschäftigung mit einem Thema ist hier der Tatsache geschuldet, dass mit den oben genannten Inhalten bei den Teilnehmern tiefere Fragen aufgeworfen werden können, deren Bearbeitung entsprechend mehr Zeit erfordert.

Inhalte der künstlerisch-handwerklichen Kurse
Die künstlerischen und handwerklichen Fächer (Eurythmie, Malen, Handwerk, Geometrie, Musik, Sprachgestaltung und Schauspiel) durchziehen in wechselnder Intensität die Module und bieten den Teilnehmern Gelegenheit, sich neue Fähigkeiten und Fertigkeiten unter fachlicher Anleitung anzueignen bzw. vorhandene Fähigkeiten zu erweitern.
 
 

  • Sprachgestaltung, Schauspiel und Eurythmie fördern die Beweglichkeit im körperlichen und seelischen Bereich. In diesen Fächern wird der bewusste Umgang mit inneren (seelischen) und äußeren (körperlichen) Haltungen und Gesten geübt.
  • Ähnliches gilt für die musikalischen Kurse, zu welchen Rhythmusübungen, Gesang und das Spielen eines Musikinstrumentes (Kinderharfe) gehören.
  • Der Handwerksunterricht beinhaltet unter anderem Schnitzen, Plastizieren, Filzen, Steinmetzen und Korbflechten.
  • Das Fach Geometrie wird nur im ersten Jahr angeboten. Es dient der Übung und Pflege des Denkens und Erkennens.

Blockwochen
Die Wochenendkurse werden durch je eine Blockwoche pro Jahr ergänzt (5Tage; die Termine werden zu Beginn jedes Kursjahres mit den Teilnehmern vereinbart). Zwei der Blockwochen finden in der Regel im Jugendgästehaus Pirna-Liebethal statt. Hauptinhalte dieser Veranstaltungen sind verschiedene Handwerke (Instrumentenbau, Steinmetzen, Färben, Korbflechten etc.) sowie die Arbeit an pädagogischen Themen. Eine weitere Blockwoche wurde von den meisten Kursen bisher für eine Fahrt nach Dornach (Schweiz) genutzt. Kursinhalte dieser Woche sind der Lebensgang Rudolf Steiners, Besuche bei den Sektionen der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach, Eurythmie und Plastizieren.

Praktika und Hospitationen
Im Rahmen der Weiterbildung ist ein einjähriges Praktikum in einer waldorfpädagogischen Einrichtung zu leisten, welches der Teilnehmerin / dem Teilnehmer ermöglichen soll, die pädagogische Praxis in einer solchen Einrichtung kennenzulernen bzw. unter Anleitung zu erüben. Bei allen TeilnehmerInnen, die während des Kurses mindestens ein Jahr in einer Einrichtung der Waldorfpädagogik tätig sind, gilt der Nachweis der beruflichen Tätigkeit als Praxisnachweis. Es besteht die Möglichkeit, das Praktikum im Anschluss an den dreijährigen Kurs zu absolvieren. Zwischen dem Abschluss des Kurses und dem Beginn des Praktikums darf jedoch nicht mehr als ein Jahr vergangen sein. Während der Praxisphasen gibt es gegenwärtig zwei Praxisbesuche: Die Teilnehmerin / der Teilnehmer hospitiert einmal im Spielkreis des Seminars. Ein weiteres Mal hospitiert ein Dozent des Seminars in der Praxisstelle der Teilnehmerin / des Teilnehmers. Die Hospitationen sind mit Auswertungsgesprächen verbunden, in welchen die praktischen Fähigkeiten und Entwicklungsperspektiven des jeweiligen Kursteilnehmers erörtert werden.

Abschluss
Zertifikat der Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. (keine staatliche Anerkennung)

Kosten
Die Kosten für die Teilnahme am Kurs betragen gegenwärtig 130,00€. Die Kursgebühren sind über den Zeitraum von 36 Monaten monatlich zu entrichten. Hinzu kommen die Kosten für drei Blockwochen (je eine Blockwoche Mo-Fr pro Kursjahr). Diese liegen momentan bei 150,00 bis 160,00€ pro Blockwoche.

(TeilnehmerInnen aus Einrichtungen, die nicht Mitglied der Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. sind, zahlen eine höhere Kursgebühr (gegenwärtig 230,00€).)


Unterrichtszeiten
 Fr  18:30 Uhr – 21:30 Uhr
 Sa  8:30 Uhr  - 18:00  Uhr    
 So  8:30 Uhr – 12:30  Uhr

 

Studienordnung

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Ein neuer berufsbegleitender Waldorferzieherkurs beginnt am 23.August 2019.

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(letzte Aktualisierung: 12.02.2019) 

 

Kontakt:

Tel:   0351 - 8113181

Fax:  0351 - 8113182

Mail: seminar_dd@t-online.de